Liebe Geschwister,
folgende Geschichte habe ich in ähnlicher Form in einer Predigt gehört: Ein Ehepaar ging einmal in ein Geschäft und sah diese schöne, schöne Teetasse ganz oben auf dem Regal. Sie gefiel ihnen sehr und sie sagten: „Die müssen wir kaufen!“ Während sie die Tasse bewunderten, begann diese auf einmal zu sprechen. Sie sagte: „ Wisst ihr, ich war nicht immer so wie ich bin. Es gab eine Zeit, in der mich niemand haben wollte. Ich war nur ein alter, harter, kleiner, grauer Klumpen Ton. Und dann kam eines Tages der Töpfer und knetete und formte mich. Ich sagte: „ Hör´ auf! Was tust Du? Das tut weh! Lass mich in Ruhe!“ Aber er sah mich nur an und sagte: „Noch nicht.“ Da legte er mich auf diese Scheibe und drehte und drehte mich. Mir wurde schwindelig und schlecht. Ich konnte nichts mehr sehen. Ich rief:“ Lass mich hier runter, ich halte das nicht mehr aus!“ Er sah mich nur an und sagte: „Noch nicht.“
Endlich kam der Tag an dem ich durch all dieses Drücken und Quetschen und Kneifen eine andere Form angenommen hatte. Ich dachte, es ist vorbei. Aber dann steckte er mich plötzlich in diesen Ofen. Er sagte irgendwas von dem ersten Brennvorgang. Mann, war das heiß darin. Ich konnte es kaum glauben und ich dachte, ich halte das nicht aus. Ich sterbe, es wird mich umbringen. „Hol mich hier raus! Du liebst mich überhaupt nicht! Warum lässt Du mich hier drin. Du siehst durch das Glas in der Ofentür, was ich hier durchmache! Du kannst mich herausholen. Warum lässt Du mich hier drin, wenn Du mich liebst?“ Aber er ließ mich nicht raus. Er sah nur durch dieses Glasfenster und sagte: „Noch nicht.“ Endlich öffnete sich die Ofentür. Er nahm mich heraus, stellte mich auf ein Regal und ich dachte, es ist vorbei. Er ließ mich eine Weile dort stehen und malte mich überall an. Ich habe vielleicht gestunken! Meine Farbe wurde von hässlichem Grau zu diesem schönen Blau. Und ich sagte: „Mann das Zeug stinkt! Es erstickt mich! Ich mag diesen Geruch nicht! Hör‘ auf! “ Aber er sah mich nur an und sagte: „Noch nicht.“ Dann steckte er mich das zweite Mal in den Ofen und er nannte es den zweiten Brennvorgang. Es war doppelt so heiß wie beim ersten Mal. Ich dachte ich sterbe. Ich habe den ersten Ofen überlebt. Aber dieser wird mich umbringen. Bitte lieber Töpfer hör‘ mir zu und hol mich raus! Das bringt mich um, hol mich raus!“ - „Noch nicht.“ Eines Tages öffnete sich plötzlich die Tür. Er nahm mich heraus und stelle mich auf dieses Regal, damit ich abkühlen konnte. Dann gab er mir einen Spiegel. Ich sah mich an und konnte es nicht glauben, wie schön ich war. Ich konnte nicht glauben, wie sehr ich mich verändert hatte. Früher war ich nichts als alter grauer Ton und jetzt bin ich diese schöne kleine zerbrechliche Teetasse und jeder will mich haben.

„Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr’s ertragen könnt.“ 1. Kor. 10, 13

Gottes Segen im September
M. Peuthert